Prāṇāyāma

Prāṇāyāma ist ein zentraler Teil sowohl des Haṭha-Yoga, als auch bei Patañjalis Raja-Yoga, wenngleich der Haṭha-Yoga - als auf den Raja-Yoga vorbereitender Stil - einen etwas größeren Fokus darauf legt.

"Prāna" kann man grob übersetzen mit "Lebensenergie" und "āyama" heißt so viel wie "Ausdehnung, Verlängerung". Es handelt sich bei Prāṇāyāma also um Übungen, die sich direkt auf den Energiekörper auswirken. Dabei gibt es sowohl Atemübungen (Prāṇāyāma wird fälschlicherweise häufig damit übersetzt), als auch die sogenannten "Bandhas" und "Mudras". Es geht darum, den Atem als Vehikel der Energie zu nutzen und das Energieniveau des Energiekörpers zu erhöhen, während die Bandhas dazu dienen, die Energie an bestimmten Orten des Energiekörpers zu halten und Mudras dazu dienen, die Energie an bestimmte Orte zu leiten.

Traditionell wird Prāṇāyāma geübt, sobald bestimmte Āsanas beherrscht werden und dienen dazu, die Signale des Körpers an den Geist zu reduzieren. Svātmārāma schreibt in Kapitel 2 Vers 2 der Haṭha Yoga Pradīpikā:

Solange der Atem unruhig ist, ist auch der Geist unruhig. Ruht der Atem, kommt auch der Geist zur Ruhe. Daher soll der Yogi den Atem anhalten.

Für Patañjali ist Prāṇāyāma die vierte Stufe auf dem Weg zur Meditation und dient dazu, den Geist zu beruhigen, so dass es uns leichter fällt, den Geist nach innen auf sich selbst zu richten.

Gleichwohl ist es so, dass Kontrolle über das Energieniveau des Körpers viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Außerdem wirken die Bandhas und Mudras auf das endokrine Drüsensystem und regulieren dieses. Das Ganze bloß auf "Breathwork" zu reduzieren, verpasst das Beste!

Viele Übungen, viele Vorteile.

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