Dveśa

Kleśa Nummer vier ist "dveśa" und ist das Gegenteil von "rāga". Dementsprechend ist es die Abneigung gegen Dinge, die Ablehnung oder das Nichtwollen. Rāga und dveśa bilden also eine Dualität aus Anhaftungs- Ablehnungsprinzip. Diese Dualität ist im Alltag quasi immer zu spüren und wegen ihrer Wichtigkeit nicht nur in den yoga sutras von Patañjali zu finden. So sagt Kṛṣṇa in Vers 2.64 der Bhagavad Gītā:

„Derjenige, der frei von Anhaftung (rāga) und Abneigung (dveśa) ist, mit seinen Sinnen unter Kontrolle unter den Sinnesobjekten wandelt, der seinem eigenen inneren Wesen folgt und Selbstbeherrschung hat, erlangt Seelenfrieden.“

Patañjali sagt in sutra 2.8:

"Abneigung ist das, was am Schmerz haftet."

Durch den Dualismus von rāga und dveśa entsteht ein unsteter Geist und wir folgen häufig eher der Bequemlichkeit als dem, was gut wäre. Stefan sagt in seiner Yogaordnung:

"Das Richtige hört nicht auf, das Richtige zu sein, auch wenn es gerade schwierig, schwer oder gar unmöglich ist."

Dem könnte man noch "unangenehm" oder "nervig" hinzufügen. Besonders gut lässt sich das in den yoga Haltungen erkennen. Es gibt Haltungen, die wir gern machen und solche, die wir absolut nicht gern machen. Aber gerade die letztgenannten sind am Ende die, die den größten Fortschritt bringen, sowohl physisch, als auch emotional und mental. Generell ist es eine gute Idee, an manchen Dingen dran zu bleiben, auch wenn wir keine Lust drauf haben und manche Dinge sein zu lassen, obwohl wir besonders viel Lust auf sie haben.

Dveśa zu beobachten und achtsam und liebevoll damit und mit sich umzugehen bringt Akzeptanz. Und Akzeptanz bringt Gelassenheit und Gleichmut.

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