Asteya

Asteya ist eine weitere Tugend und bedeutet, nicht zu stehlen. Dabei zählt auch schon das “Habenwollen” von etwas, das einem nicht gehört, zum Stehlen.

Nicht zu stehlen bezieht sich aber nicht nur auf materielles, sondern heißt auch, dass man sich nicht mit fremden Federn schmückt, also keine Anerkennung annimmt, die einem nicht zusteht. Außerdem ist das Stehlen von Zeit mitgemeint. Jemanden warten zu lassen oder zu versetzen bedeutet schließlich, dessen Zeit in Anspruch zu nehmen.

Patañjali sagt in sūtra 2.37:
"Wer das Nichtstehlen verinnerlicht hat, dem fallen alle Schätze zu."

Zu wissen, dass man alles hat, was man braucht und dass man das, was man nicht hat, auch nicht braucht, führt dazu, dass eines der fünf Grundübel, die Yoga verhindern (kleśa), nämlich rāga - das Verlangen - beruhigt wird. Durch das Auflösen dieses inneren Konflikts ("Ich will das haben, was nicht ist") entsteht Zufriedenheit und Gelassenheit.

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